Regeln und Geschichte des Hockeysports
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Spiele, in denen ein Ball mit Stock oder Keule vorangetrieben wurde, waren schon vor 4500 Jahren in China und Ägypten bekannt. Nach der Zeitenwende gab es solche Spiele unter anderem in Persien und Griechenland, ab 1200 auch in Frankreich und den Niederlanden. Was wir heute als Hockey kennen, wurde 1875 in England aus der Taufe gehoben, und zwar fast gleichzeitig für Männer- und Frauenmannschaften. In Großbritannien verbreitete sich das Spiel sehr schnell. Zu uns kam Hockey erst nach 1900; Berlin, Bonn, Bremen, Hamburg und Hannover hatten die ersten Klubs, das erste Länderspiel fand 1910 in Frankfurt gegen eine englische Mannschaft statt. Die deutsche Mannschaft verlor 0:4. 1908 wurde Feldhockey bereits olympische Disziplin für Männer. Damen spielen erst seit 1980 um olympische Medaillen.
Der Deutsche Hockeybund hat mehr etwa 60000 Mitglieder und veranstaltet nationale Meisterschaften für Damen und Herren, sowohl für Feldhockey als auch für Hallenhockey. Außerdem gibt es Europameisterschaften (seit 1970) und Weltmeisterschaften. Bei internationalen Wettbewerben im Feldhockey sind die deutschen Damen erfolgreicher als die Männer: im Hallenhockey (seit 1974) ist die Bundesrepublik führend: auf dem Feld dominieren neben Deutschalnd Australien, Niederlande, Pakistan und Spanien.
Das Spielfeld beim Feldhockey ist 91,40 Meter lang und 55 Meter breit. Die Tore auf beiden Seite sind 3,66 Meter breit und 2,14 Meter hoch, um sie herum ist jeweils ein Halbkreis mit einem Radius von 14,63 Meter gezogen, der sogenannte Schußkreis. Tore müssen von innerhalb dieses Kreises aus geschossen werden. Es gibt pro Mannschaft 11 Feldspieler einschließlich Torwart und fünf Auswechselspieler. Jede Mannschaft darf während eines Spiels bis zu fünf Spieler wechseln. Gespielt wird auf Rasen, Kunstrasen oder Asche in zwei Halbzeiten zu je 35 Minuten.
Beim Hallenhockey ist das Spielfeld nur zirka 40 Meter lang und 20 Meter breit, die Tore messen 3 mal 2 Meter, der Radius der Schußkreise beträgt 9 Meter. Im Spiel sind nur jeweils 6 Spieler einschließlich Torwart. Die Spielzeit beträgt zweimal 30 Minuten. Gespielt wird überwiegend auf Kunststoffböden.
Spielgeräte sind der Hockeyball (weiß oder andersfarbig) und die Hockeystöcke. Der Ball muß hart sein (Umfang ist nicht größer als 23,5 Zentimeter) und besteht aus Kunststoff oder Leder. Das Gewicht darf nicht mehr als 163 g und nicht weniger als 156 g betragen. Die Hockeystöcke aufs Holz wiegen zwischen 340 und 790 Gramm und sind, je nach Spielergröße, bis zu 95 Zentimeter lang. Das untere Ende nennt sich Keule und ist einseitig abgeflacht. Nur mit dieser Seite darf der Ball gespielt werden.
Die Spielregeln: Zu Beginn jeder Spielhälfte und nach jedem Tor wird der Anstoß in der Spielfeldmitte ausgeführt, der in jede beliebige Richtung, also auch direkt über die Mittellinie hinaus, gespielt werden darf. Während des Spiels darf der Ball nur mit dem Stock angenommen, geschoben oder geschlagen werden.
Es wird den Feldspielern empfohlen, während des Spieles Mundschutz, Schienbein- und Knöchelschützer zu tragen. Der Torwart trägt während des gesamten Spiels Schutzhelm, Brustpanzer, Unterleibs- und Handschutz, Beinschienen und Kickschuhe; er darf den Ball mit den Füßen und dem Körper berühren. Im Feldspiel herrschen ähnliche Regeln wie beim Fußball: Bei Seiten-Aus gibt es Einschlag für die Gegenseite; bei Aus hinter die Torlinie durch Verteidigung gibt es Eckschlag; Freischlag von der Schußlinie aus bekommen die Verteidiger, wenn die Angreifer das Tor-Aus verursacht haben. Mit Wirkung vom 5. August 1996 ist die Abseitsregel aufgehoben.
Für Regelverstöße gibt es Freischlag, für Verstöße innerhalb des Schußkreises wird eine Strafecke zugunsten der Angreifer gegeben, bei schweren Fouls in diesem Raum pfeift der Schiedsrichter (im Feldhockey gibt es zwei) zum direkten Siebenmeterschuß, vergleichbar dem Elfmeter beim Fußball. Bei der Ausführung einer Strafecke muß der Ball jetzt stets von dem (markierten) Punkt auf der Grundlinie (auf beliebiger Seite des Tores) hereingegeben werden, der 9,14 Meter vom näheren Torpfosten entfernt ist. Grobe, absichtliche und wiederholte Regelverstöße können außderdem mit dem Zeigen einer gelben Karte geahndet werden, was eine Zeitstrafe von mindestens 5 Minuten zur Folge hat. Die rote Karte bedeutet stets Platzverweis für das gesamte Spiel. Außerdem gibt es eine grüne Karte (Verwarnung).
Beim Hallenhockey gelten überwiegend dieselben Regeln. Ausnahmen: Der Ball darf nicht geschlagen, sondern muß grundsätzlich immer flach über den Boden geschoben werden. Beim Torschuß innerhalb des Schußkreises wird er "geschlenzt", das heißt, nicht ausholend abgeschlagen, sondern kräftig abgeschoben. Bei Regelwidrigkeit gibt es Freischlag, innerhalb des Schußkreises Strafecke oder Siebenmeter. Eckball bei Tor-Aus gibt es beim Hallenhockey nicht. Ein in der Halle auffliegender Ball darf mit der Hand gestoppt werden.

z.T. Auszug aus: "Sport im Fernsehen. 150 Sportarten verständlich erklärt" von Gerhard Jäger
Copyright: Rasch und Röhrig Verlag, Hamburg, sowie dem jeweiligen Verband.

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