Historie
Vereinsgründung im Jahre 1907 (Auszug aus der Festschrift zur 75-Jahr-Feier)
Es war im Spätsommer des Jahres
1907. Im Hotel "Zum Goldenen Anker", das vor einigen Jahren geschlossen und zu
Geschäftsräumen umgebaut wurde, saßen eines Abends mehrere junge Männer nach einer
Stenographentagung an ihrem runden Stammtisch, erzählten aus ihrem Alltagsleben und kamen
dabei auch auf das Turnen zu sprechen, von dem einige der Runde wußten, daß es in Leer
und Weener betrieben wurde. Die meisten hatten großes Interesse daran, und so kam es an
diesem Septemberabend zu dem Vorschlag, einen Turnverein zu gründen. Eilert Athen, Vater
des Auktionators i. R. Heiko Athen, meinte dazu: "Ik heb frör ok in Wäner turnt.
Gründt doch `n Turnverein! Man ji mutten dann sän, dat ji `n Prominenten tön Vörsitter
maken. So hem ji `n beter Ansähn!" Noch im Verlaufe dieses Abends beschloß man, das
hierzu Notwendige einzuleiten und zwecks Gründung eines Turnvereins eine Anzeige im
"Anzeiger für das Overledingerland" aufzugeben.
Die Resonanz war wider Erwarten gut. Denn es fanden sich mehr als 10 Männer und
Jugendliche ein, darunter Dr. med. Trepte, Simon Müller, Harm Renken, Heinrich
Klinkhamer, Meinhard Oltmanns, Andreas Hagedorn und Heiko Athen. Dr. Trepte leitete die
Gründungsversammlung und wurde von ihr zum 1. Vorsitzenden gewählt.
So war der Männerturnverein Westrhauderfehn, wie er sich nannte, aus der Taufe gehoben.
Mit Elan ging man an die turnerische Arbeit, der sich bald weitere Männer und Jugendliche anschlossen. Noch im Winter 1907/08 trat der junge Turnverein mit Unterstützung Leeraner Turner im Rahmen des ersten Tumfestes an die Öffentlichkeit. Dabei zeigten unsere Turner Leistungen, die sich durchaus mit denen der Leeraner messen konnten. Anfangs wurde im Bahn'schen Saale des Hotels "Frisia", dem heutigen Hotel "Nanninga", geturnt. Da die Vereinskasse den Kauf von Tumgeräten nicht zuließ, griff man zur Selbstinitiative und funktionierte etliche Saaltische, mit Hafersäcken belegt, zu Turnpferden und eine Reihe von Stühlen zu Tumböcken um. Sicherlich ist dieses Saalturnen weder dem Saal mit seinem Inventar noch den Turnern gut bekommen. Der Saalbesitzer Bahns fand keinen rechten Gefallen an dem turnerischen Wirken in seinem Hotel und kündigte dem Verein die weitere Benutzung seines Saales. So zog man wieder in das Geburtshaus, den "Goldenen Anker", zurück, das fortan Jahrzehnte Vereinslokal blieb und dessen Saal nun das Vereinsturnen aufnahm.
Nach 1945 vereinten sich der "Männerturnverein Westrhauderfehn" und der "Sportverein Westrhauderfehn" zum heutigen Turn- und Rasensportverein von 1907 e.V. Westrhauderfehn.


Vorstand und Ältestenrat im Jubiläumsjahr 1982
