Basketball - wie alles anfingEine kurze Geschichte des BasketballsDie Informationen wurden der Homepage von Florian Pichler entnommen. Die Anfänge des SportsAnders als in den meisten Sportarten läßt sich die Entstehung des Basketballspiels bis auf den Geburtstag hin genau zurückverfolgen. Entstehungsort war das YMCA in Springfield, Massachussetts. Hier leitete ein junger Kanadier namens Dr. James Naismith Kurse zur Körperertüchtigung. Vom Direktor des Instituts erhielt der Neuling Naismith nun die Anweisung, innerhalb von zwei Wochen ein Spiel zu entwickeln, das die Studenten im Winter, zwischen der Freiluftsaison im Football und der im Baseball, beschäftigen würde. Pünktlich zum 21. Dezember 1891 lieferte der Pädagoge seinen Vorschlag ab. Er hatte dreizehn Regeln für ein Hallenspiel formuliert, das binnen weniger Jahrzehnte zu einem neuen Nationalsport der Amerikaner werden sollte. Naismith wünschte sich diesen Ausgleichssport weniger hart und körperbetont als die beliebten Freiluftspiele American Football, Fußball oder Lacrosse. Er versuchte, einer derartigen Entwicklung mit einigen grundsätzlichen Entscheidungen entgegenzuwirken. Gefährliche Kollisionen der Spieler, wie sie mit dem im Football üblichen Tackling verbunden sind, wollte Naismith ausschließen. Deshalb verbot er das Laufen mit dem Ball. Noch heute findet sich dieser Grundgedanke in der Vorschrift "no travelling!", nach der jeder Schrittfehler mit Ballverlust geahndet wird. Naismith hatte ein reines Paß- und Wurfspiel im Sinn, wobei der unhandliche Spielball verhindern sollte, dass mit allzu großer Wucht geworfen werden konnte. Der Ball sollte gefangen und aus dem Stand so oft weitergepasst werden, bis ein Mitspieler sich in aussichtsreicher Position zum "Tor" befand. Um diese Vorstellungen umzusetzen, wies Naismith anfangs den Guards, Forwards und Centern feste Standorte auf dem Spielfeld zu. Ein Guard hatte demnach vor allem die Aufgabe, das eigene "Tor" zu bewachen. Und da Naismith keine Festlegungen hinsichtlich der Spieleranzahl traf er favorisierte nur neun Spieler pro Team, meinte aber auch: "The more players the more fun!" - , wurden mitunter noch zahlreiche weitere Positionen wie Goalkeeper, Wing- oder Homeman (ein Offensivspieler) vergeben. Um die Rangeleien in unmittelbarer Nähe des "Tores" zu vermeiden, verfiel Naismith der Idee, das "Tor" ganz einfach vom Boden zu lösen. Er erinnerte sich an das Kinderspiel Duck on a rock, bei dem über einen Verteidiger hinweg ein etwa faustgroßer Stein, der "Duck", von einem Felsbrocken heruntergeworfen werden muss. Die hierfür vorteilhafte bogenförmige Flugbahn wünschte sich Naismith auch für sein neues Ballspiel. Deshalb bat er den Hausmeister, zwei Kästen, groß genug, einen Lederfußball aufzunehmen, an die Empore der YMCA-Halle zu nageln. Entsprechende Kästen aber fand der Hausmeister nicht, weshalb ersatzweise Pfirsichkörbe herhalten mussten und das neue Spiel nicht "Boxball" (und auf Wunsch des Erfinders auch nicht "Naismithball"), sondern "Basket Ball" genannt wurde. So gab die Installation von Obstkörben durch den YMCA-Hausmeister vor über hundert Jahren dem neuen Sport einen Namen und legte zugleich das Orientierungsmaß für alle künftigen Dunking-Versuche fest. Denn noch heute hängt der Basketballkorb weltweit in exakt der Höhe, die die Empore der Sporthalle in Springfield vorgab: Zehn Fuß (= 3,05 Meter). Der Boden der Pfirsichkörbe wurde übrigens in jenen Frühtagen des Sports nicht entfernt. Nach jedem erfolgreichen Wurf musste der Ball mit einer Leiter aus dem Korb herausgeholt werden. Doch dieses Handikap fiel zu Anfang kaum ins Gewicht. "Tore" besaßen Seltenheitswert. So soll die Auftaktpartie in Naismiths neuem Sport 1891 nach chaotischen zweimal fünfzehn Minuten 1:0 ausgegangen sein. Einem der Spielberichte zufolge war allerdings bereits der erste erfolgreiche Wurf in der Wettkampfgeschichte des Basketballs spektakulär. Danach hat William R. Chase, einer der Studenten in den Neun-Mann-Teams, die Begegnung mit einem Treffer aus acht Metern Entfernung entschieden. Der erste Korb und schon ein Dreier! Aber bis zur Einführung der Drei-Punkte-Linie sollte es noch einige Jahrzehnte dauern. Populär wurde die neue Sportart vor allem im Osten und Nordosten Amerikas indes schnell. Bereits in den Weihnachtsferien 1891 machten die begeisterten Schüler Naismiths die Athleten in den YMCAs ihrer Heimatorte mit der neuen Spielidee bekannt. Animiert durch Zeitungsartikel, in denen die Regeln und ersten Erfolge von "Basket Ball" beschrieben wurden, kamen Sportlehrer vielerorts auf den Geschmack. Für Schulen bestand eine zusätzliche Attraktivität des neuen Sports in der Tatsache, dass er verhältnismäßig preiswert war. Im Vergleich zu Baseball oder Football fiel der Aufwand für eine Grundausstattung gering aus. Daran änderte sich auch mit der Weiterentwicklung der Ausrüstung wenig. Die ursprünglich verwendeten Fußbälle wurden 1894 durch die ersten speziell gefertigten Basketbälle ersetzt. Die Pfirsichkörbe waren zu dieser Zeit bereits durch solche aus schwerem Draht verdrängt worden. Zwar dauerte es noch einige Jahre bis unten offene Netze eingeführt wurden, doch immerhin erlaubten es einige Fabrikate schon jetzt, das Ballnetz nach einem erfolgreichen Wurf über einen Zugmechanismus zu leeren. Und dreißig Jahre bevor der Designer Chuck Taylor seine legendären Chucks entwarf, kamen um 1900 die ersten Basketballschuhe auf den Markt. Zum allgemeinen Standard zählte mittlerweile das Anbringen des Korbs an ein großes Basketballbrett. Diese Neuerung erfolgte jedoch weniger mit der Absicht, die Treffsicherheit der Spieler zu erhöhen. Vielmehr sollte durch das Brett verhindert werden, dass die Zuschauer weiterhin von der Empore aus an der die Körbe in der Regel angebracht waren auf den Korb zufliegende Bälle mit Stöcken und Regenschirmen wegschlagen konnten. Doch nicht allein auf den Rängen herrschten in jenen Anfangsjahren rauhe Sitten. Eine körperlose Ausgleichssportart, wie sie Naismith mit seinen Grundregeln hatte vorschreiben wollen, ist Basketball zu keiner Zeit gewesen. Um Erfolg zu haben, mussten sich auch hier Geschicklichkeit und Wurfgenauigkeit mit Kraft, Schnelligkeit und Durchsetzungsvermögen verbinden. Der Unterschied zwischen Football und Basketball war in den ersten Jahren offenbar nur schwer auszumachen. Einige bevorzugten deshalb für die neue Sportart auch die treffendere Bezeichnung "Basket Football". Tatsächlich gingen die meisten Basketballpioniere mit der vertrauten Football - Mentalität zur Sache und rüsteten sich wie gewohnt mit Ellbogen- und Knieschützern, ja sogar mit gefütterten Hosen. Um Massenschlägereien zumindest unter den Aktiven zu verhindern, wurden 1897 fünf Spieler pro Mannschaft die Regel. Rauh blieb die Sportart aber dennoch. Dabei hatten sich die Verantwortlichen von der Einführung eines Freiwurfs nach Foulspiel 1894 einen deutlichen Rückgang des allzu harten Körpereinsatzes versprochen. Ein Feldkorb zählte nun zwei Punkte, ein Freiwurf einen Punkt, und aufgrund der seltenen Feldkörbe wurden die Freiwürfe schon bald spielentscheidend. Bis 1923/24 eine neue Regel den Gefoulten selbst zum Gang an die Freiwurflinie verpflichtete, konnte der sogenannte "designated foul shooter" stellvertretend für seine Mitspieler alle Freiwürfe ausführen, und regelmäßig stellten diese Spezialisten die erfolgreichsten Punktesammler in ihrem Team. Ständige Tumulte unter den Spielern verursachte zudem die Ausballregelung, die bis 1913/14 besagte, dass diejenige Mannschaft, die zuerst den ins Aus gesprungenen Ball zu fassen bekam, auch den Einwurf ausführen durfte. Bei den Profis war in solchen Fällen jedoch Vorsorge getroffen worden. Der Ball konnte nämlich überhaupt nicht ins Aus springen. Bis 1929 trennte ein Käfig die Spieler von den Zuschauern bzw. umgekehrt. Diese Käfige waren in den Anfangsjahren derart verbreitet, dass Basketball den Spitznamen "Cage Game" bekam. Meist bestanden die Umzäunungen aus Netzen oder Maschendraht. Dabei zählten Käfigwände ebenso wie Hallenwände, Decken, Pfeiler usw. zum Spielfeld und verhinderten Unterbrechungen. Das Spiel sollte dadurch sowohl schneller als auch attraktiver werden. Die Käfige aus Draht erhöhten die Verletzungsgefahr natürlich immens. Andererseits bestand ein Vorteil von Drahtkäfigen darin, dass sich die Wände wesentlich besser zum Doppelpassspiel nutzen ließen. Denn das Laufen mit dem Ball hatte Naismith ja untersagt. Die Spieler sollten sich ohne Ball bewegen. Die Offensive hatte aus Passen und Werfen zu bestehen ! Die erste Lockerung des strikten Verbots, sich mit dem Ball zu bewegen, trat bereits zwei Jahre nach der Veröffentlichung von Naismiths dreizehn Grundregeln in Kraft. Von nun an war es offiziell erlaubt, einen Fuß umzusetzen, solange der andere feststand. Damit wurde das Pivotieren zu einer der zentralen Angriffstechniken in Korbnähe. Mit dem Ball in Händen zu laufen, blieb indes weiterhin untersagt. Es sollte gepasst werden. Verboten war allerdings nicht die Aufnahme eines eigenen Passes, und ausdrücklich erlaubt war es sogar, den Ball im Laufen zu fangen. Mithin konnte das Verbot des Ballhaltens umgangen werden, indem der Ball über Boden und Wände gedribbelt, gerollt oder während des Laufens ständig in die Luft getippt wurde. Doch an diesem Punkt äußerten einige Puristen bereits starke Bedenken. Die Grundidee eines Mannschaftssports, in dem Durchsetzungskraft nicht über Geschicklichkeit dominieren sollte, schien ihnen durch extensives Dribbeln gefährdet. Mit einer Fülle verschiedener Einschränkungen versuchten die Regelwächter, den Einsatz des unerwünschten Angriffsmittels einzuschränken. So wurde erst das Doppeldribbeln (dribbeln, abstoppen, Ball festhalten, weiterdribbeln) verboten, dann das beidhändige Dribbeln. Es war dem Ballführenden vorübergehend nicht erlaubt, nach seinem Dribbling auch selbst auf den Korb zu werfen er musste den Ball weiterpassen. Später wurde dann zumindest das einmalige Aufsetzen des Balles vor dem Wurf gestattet. All diese Regeländerungen galten jedoch nicht einheitlich. Die Bewertung, was als Schrittfehler zu ahnden war, konnte zwischen College- und Profibereich, mitunter sogar von einer professionellen Liga zur anderen völlig unterschiedlich ausfallen. Dabei erlaubten es beispielsweise viele der frühen Profiliegen weiterhin, dass die Spieler beidhändig dribbelnd und mit dem Hinterteil voran sich solange mittels Kraft und Masse durch die Abwehr arbeiteten, bis sie zu einem sicheren Korbleger kamen. Da jedoch die ebenso resoluten Verteidiger häufig für ein abruptes Ende derartiger Soli sorgten, blieb das Dribbling in den ersten Jahrzehnten eine eher ungefährliche Angriffswaffe. Meist wurde es als Möglichkeit verstanden, sich für einen Moment aus allzu großer Bedrängnis zu befreien, um den Ball anschließend weiterpassen zu können. Ende der zwanziger Jahre wurde das Dribbeln dann in der heutigen Form regelgerecht. Nun hätte dem Siegeszug der Ballakrobaten nichts mehr im Wege stehen sollen wäre da nicht das Eigenleben des Balls gewesen. Der wurde zu dieser Zeit nämlich noch recht grob aus vier Lederstücken und einem Einsatz für die Luftblase zusammengenäht, wobei die Nahtstellen derart wulstig blieben, dass der Ball während des Dribblings nur schwer zu kontrollieren war. Unter dieser Eigenschaft litt auch die Trefferquote, da die Flugbahn des Ball, wenn er gegen den Ring prallte, aufgrund der dicken Nähte reichlich eigenwillig ausfallen konnte. Deshalb versuchten die Scharfschützen jener Zeit auch im Unterschied zu den heutigen-, ein Rotieren des Balles möglichst zu vermeiden. Zudem beeinträchtigte der etwas größere Umfang der damals gebräuchlichen Bälle die Wurfsicherheit und die Handlichkeit beim Dribbeln. Die Bedingungen verbesserten sich, als Mitte der dreißiger Jahre neue technische Verfahren die Herstellung wesentlich glätterer Basketbälle erlaubten. Zugleich wurde deren Größe auf das heute übliche Maß gemindert. Jetzt erst waren die Dribbelkünstler in der Lage, eine wirklich effektive und elegante Ballführung zu entwickeln.
Über die DörferDie ersten Versuche, einen professionellen Spielbetrieb zu organisieren, kamen nicht ganz freiwillig zustande. Auch wenn die Vormachtstellung von Baseball und Football in Amerika über viele Jahrzehnte hinweg ungefährdet blieb, so nahm die Popularität von Basketball doch sofort derart rasant zu, dass den Anhängern der neuen Sportart immer häufiger der Zutritt zu den YMCA - Hallen verweigert wurde. Sie beanspruchten einfach zu viele Trainingszeiten. Die Basketballer gingen daraufhin dazu über, ihre Spielstätten Scheunen, Hallen oder Tanzsäle selbst anzumieten, und verlangten im Gegenzug von den Zuschauern Eintritt. Die Ersatzlösung erwies sich als ein einträgliches Geschäft, und prompt wurden um die Jahrhundertwende im Nordosten Amerikas die ersten Profiliegen gegründet. Doch der Aufbau funktionstüchtiger und rentabler Ligen, die über den Zusammenschluß einiger lokaler Mannschaften hinausging, wollte jahrzehntelang nicht gelingen. Ein wesentlicher Grund hierfür lag in der laufend wechselnden Zusammensetzung der Profiteams. Eine verbindliche Mannschaftszugehörigkeit existierte nicht. Die Spieler traten am Abend für denjenigen Klub an, der ihnen das meiste Geld zusagte. Mochte dieses Pendeln zwischen den Teams für gute Spieler lukrativ gewesen sein, für die Fans blieben die Mannschaften beliebig und der Tabellenstand ohne Aussagewert. Dementsprechend dramatisch schwankten der Zuschauerzuspruch und die Einnahmen, so dass sich ein kostspieliger überregionaler Ligabetrieb auf Dauer nicht rentierte. Besser verdienten da schon jene Teams, die von Herbst bis Frühjahr auf Tournee gingen und die dabei den jeweils besten Angeboten folgten. Solche Tourneeteams, die es sich auch leisten konnten, hervorragende Spieler mit hohen Gehältern fest an sich zu binden, stellten daher bis weit in die dreißiger Jahre hinein die stärksten Mannschaften. So bestanden die ersten Dream Teams in der Regel aus fünf oder sechs Spielern, die mit ihrem Manager per Auto oder Eisenbahn herumreisten und in den Städten und Dörfern vor allem im Osten und Nordosten Amerikas die Lokalmatadoren herausforderten. Wenn diese Wandertruppen clever und spielstark genug waren, achteten sie darauf, dass ihre allabendlichen Partien nicht zu knapp ausgingen (damit der Weltmeistertitel, mit dem sich die meisten schmückten, nicht in Gefahr geriet), aber auch nicht zu deutlich (damit das Team erneut eingeladen wurde). Spielentscheidende Bedeutung kam in jenen Jahren dem Sprungball zu, wurde er doch nach jedem erfolgreichen Korbwurf ausgeführt. Kein Wunder also, dass Joe Lapchick mit einer für damalige Sportler ungewöhnlichen Größe von 1,96 Meter für jedes Team enorm wertvoll war und die Manager seinen Gagenpoker mitmachten. Da es keine Zeitbegrenzung für einen Angriff gab, konnte der Ball im Falle einer Führung nach gewonnenem Sprungball beliebig lange in den eigenen Reihen gehalten werden. Die zurückliegenden Verteidiger beendeten diese taktische Variante dann meist durch ein absichtliches Foul, auf den anschließenden Freiwurf folgte ein erneuter Sprungball, ein erneutes Ballhalten, ein weiteres Foul, und in diesem Rhythmus verliefen zahllose Spiele ausgesprochen rau, korbarm und langweilig. Der ganz große Durchbruch in der Zuschauergunst konnte dem Basketball auf diese Weise nicht gelingen. Doch einige Mannschaften erreichten auf ihren strapaziösen Tourneen über die Dörfer trotzdem bereits eine derart große Popularität, dass ihr Wirken später mit einem Platz in der Basketball Hall of Fame geehrt wurde. Weitere Informationen über die Entwicklung des Basketballs in den USA findet ihr bei Florian Pichler. |